Kurz gesagt
In Nord- und Ostdeutschland bringt traditionell der Weihnachtsmann die Geschenke, im Süden und Westen eher das Christkind. Das Christkind geht auf Martin Luther zurück, der den Gabenbringer im 16. Jahrhundert vom Nikolaustag auf Weihnachten verlegte. Heute mischen sich die Traditionen, und viele Familien sagen einfach: Beide helfen zusammen.
Wer bringt die Geschenke?
- Weihnachtsmann an Heiligabend: Berlin, Hamburg, Sachsen, der ganze Norden
- Christkind an Heiligabend, oft mit Nikolausbesuch am 6. Dezember: Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland
Wer bringt wo die Geschenke?
Eine feste Grenze gibt es nicht, aber eine klare Tendenz. In Berlin, Hamburg, Sachsen, Brandenburg und dem ganzen Norden klingelt an Heiligabend der Weihnachtsmann. In Bayern, Baden-Württemberg, im Rheinland und in vielen katholisch geprägten Regionen bringt das Christkind die Geschenke, unsichtbar und meist mit einem Glöckchen als Zeichen.
Woher kommt das Christkind?
Bis zur Reformation brachte der heilige Nikolaus am 6. Dezember die Gaben. Martin Luther lehnte die Heiligenverehrung ab und rückte stattdessen den „Heiligen Christ“ in den Mittelpunkt, der zu Weihnachten beschenkt. Daraus wurde das Christkind, dargestellt als engelsgleiche Gestalt mit Flügeln und Goldkrone. Ausgerechnet in den katholischen Regionen wurde es später besonders beliebt.
Und woher kommt der Weihnachtsmann?
Der Weihnachtsmann ist eine Weiterentwicklung des Nikolaus. Im 19. Jahrhundert wurde er in Deutschland und Amerika zur weltlichen Figur mit Mantel, Bart und Geschenkesack. Er setzte sich zuerst in den protestantischen Regionen im Norden und Osten durch.
Beides geht: so verbinden Familien die Traditionen
- Der Nikolaus kommt am 6. Dezember persönlich, das Christkind bringt an Heiligabend die Geschenke
- Der Weihnachtsmann ist der Helfer des Christkinds und trägt den schweren Sack
- Ein Elternteil kommt aus dem Norden, eines aus dem Süden: Dann besuchen eben beide



