Das Wichtigste in Kürze
- Konkrete Erfolge statt „brav gewesen“: Das Kind spürt, dass der Nikolaus es wirklich kennt
- Faustregel: drei Mal Lob, höchstens ein liebevoller Wunsch
- Tadel als Wunsch formulieren und mit Zutrauen verbinden
- Tabu: Bettnässen, Noten, Gewicht, Vergleiche mit Geschwistern
- Unter drei Jahren nur Lob
Kurz gesagt
Gutes Lob für den Nikolaus ist konkret: „Du hast dieses Jahr Fahrradfahren gelernt“ statt „Du warst brav“. Tadel formulieren Sie als Wunsch für das nächste Jahr, nie als Bloßstellung vor anderen. Als Faustregel gilt: drei Mal Lob, höchstens ein kleiner Wunsch zur Besserung, und bei Kindern unter drei Jahren nur Lob.
Warum Lob wirkt und Drohen nicht
Der Nikolaus ist für Kinder eine Respektsperson, und genau deshalb haben seine Worte so viel Gewicht. Ein Lob vom Nikolaus vergessen Kinder oft jahrelang nicht. Ein Tadel vor der ganzen Familie kann dagegen beschämen und die Freude am Besuch verderben.
Früher gehörte die Drohung mit der Rute fest zum Nikolaustag. Heute wissen wir: Kinder lernen mehr, wenn sie gesehen und ermutigt werden. Darum liest der Nikolaus bei uns vor allem vor, was gut gelaufen ist.
So schreiben Sie gutes Lob

- Konkret statt allgemein
Nicht „Du warst fleißig“, sondern „Du hast jeden Morgen deinen Ranzen selbst gepackt“.
- Mut und Anstrengung loben
Nicht nur Ergebnisse zählen. „Du hast dich getraut, vom Startblock zu springen“ ist mehr wert als „Du kannst schwimmen“.
- Kleine Momente zählen
Die geteilte Brezel, das getröstete Kindergartenkind: Gerade unscheinbare Dinge zeigen, dass jemand genau hingeschaut hat.
- In der Sprache des Kindes
Kurze Sätze, bekannte Namen: „Bei Oma Gisela hast du ganz allein den Tisch gedeckt.“
Lob-Beispiele für Kleinkinder (2–3 Jahre)
- Du hast in diesem Jahr laufen gelernt und flitzt jetzt durch die ganze Wohnung.
- Du sagst schon ganz viele Wörter, sogar „Nikolaus“.
- Du hast deinem kleinen Bruder dein Kuscheltier geliehen.
- Du hilfst Mama beim Wäsche-in-die-Maschine-Stecken.
- Du hast im Kindergarten ganz mutig neue Freunde gefunden.
- Du isst schon allein mit dem Löffel.
- Du winkst den Nachbarn jeden Morgen so fröhlich zu.
- Du räumst deine Bauklötze in die Kiste, wenn Papa fragt.
Lob-Beispiele für Kindergartenkinder (4–6 Jahre)
- Du hast das Seepferdchen geschafft und bist ganz allein vom Beckenrand gesprungen.
- Du kannst jetzt deinen Namen schreiben.
- Du hast im Kindergarten ein Kind getröstet, das traurig war.
- Du ziehst dich morgens schon fast allein an.
- Du hast Fahrradfahren ohne Stützräder gelernt.
- Du hilfst beim Tischdecken und weißt genau, wo die Gabeln liegen.
- Du hast beim Kinderarzt ganz tapfer stillgehalten.
- Du hast Oma ein wunderschönes Bild gemalt.
- Du teilst deine Süßigkeiten mit deiner Schwester.
- Du hast dir dein erstes Lied ganz allein gemerkt.
Lob-Beispiele für Schulkinder (6–10 Jahre)
- Du hast dieses Jahr lesen gelernt und liest abends schon selbst vor.
- Du hast deinen ersten Schultag ganz mutig gemeistert.
- Du übst Klavier, auch wenn du manchmal keine Lust hast.
- Du hast deinem Freund geholfen, als er neu in die Klasse kam.
- Du packst deinen Ranzen jeden Abend selbst.
- Du hast beim Fußballturnier nie aufgegeben, auch als es schwer wurde.
- Du kümmerst dich um euren Hasen und fütterst ihn jeden Tag.
- Du hast dich bei deiner Schwester entschuldigt, ohne dass jemand es gesagt hat.
- Du bist allein mit dem Fahrrad zur Schule gefahren.
- Du hast im Sommer ganz allein bei Oma übernachtet.
Tadel liebevoll formulieren: 12 Beispiele
Ein kleiner Wunsch zur Besserung ist in Ordnung, wenn er freundlich bleibt und dem Kind etwas zutraut. Formulieren Sie ihn als Wunsch des Nikolaus für das nächste Jahr:
- Ich wünsche mir, dass du beim Essen sitzen bleibst, bis alle fertig sind.
- Probier doch mal, „Bitte“ und „Danke“ zu sagen, du kannst das so schön.
- Das Tablet darf ruhig öfter mal Pause machen, draußen wartet so viel Spannendes.
- Wenn Mama dich ruft, versuch doch gleich beim ersten Mal zu kommen.
- Deine Spielsachen freuen sich, wenn sie abends wieder in ihr Bett dürfen.
- Beim Streiten mit deinen Freunden: erst tief durchatmen, dann reden.
- Ich wünsche mir, dass du deine Jacke an den Haken hängst statt auf den Boden.
- Die Hausaufgaben gehen schneller, wenn du gleich nach dem Essen anfängst.
So klingt es gut
- „Beim Zähneputzen bist du manchmal noch ein kleiner Wirbelwind. Ich wünsche mir, dass du jeden Abend mitmachst.“
- „Dein Zimmer sieht manchmal aus, als hätte ein Rentier darin getobt. Ich glaube, du schaffst das Aufräumen bald ganz allein.“
- „Mit deinem Bruder streitest du dich manchmal. Probier doch mal, erst zu reden und dann zu toben.“
- „Beim Anziehen am Morgen trödelst du gern. Ich bin gespannt, ob du nächstes Jahr schneller bist als Papa.“
So lieber nicht
- „Du bist frech und machst nur Ärger.“
- „Wenn du nicht brav bist, nehme ich dich im Sack mit.“
- „Deine Schwester ist viel ordentlicher als du.“
- „Ich habe gehört, du machst noch ins Bett.“
Was im Sack bleiben sollte

So bekommt der Nikolaus Ihre Sätze
Wenn Sie einen Nikolaus bei der Weihnachtsmannzentrale anfragen, bekommen Sie einen persönlichen Briefing-Link. Dort tragen Sie für jedes Kind Lob und auf Wunsch einen kleinen Wunsch ein. Der Nikolaus liest sie vorher in Ruhe und trägt sie bei Ihnen frei aus dem Goldenen Buch vor. Die Kinder merken nichts von der Vorbereitung, nur, dass er sie erstaunlich gut kennt.





